Brandenburgischer Pädagogen-Verband

Inklusion

Forsa Lehrerbefragung: Inklusive Beschulung

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Forsa Lehrerbefragung im Auftrag des VBE zur inklusiven Beschulung -
Anspruch an Schulen wird Realität nicht gerecht – Mai 2015

Die Bedingungen für die Umsetzung der Inklusion an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland stehen klar im Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention. Der VBE stellte die Repräsentativbefragung im Auftrag des VBE Inklusion an Schulen aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer vor. Es ist bundesweit und für NRW die erste diesbezügliche Lehrerbefragung. Dem VBE ist wichtig, die Diskussion über Inklusion auf den harten Boden der Tatsachen zurückzuführen. Die Ergebnisse seien mehr als ein Alarmsignal an die Politik.

97 Prozent der befragten Lehrer sprechen sich für eine Doppelbesetzung aus Lehrer und Sonderpädagoge in inklusiven Lerngruppen aus. Neun von zehn Befragten sind der Ansicht, diese Doppelbesetzung muss es immer und nicht nur zeitweilig geben. Schulrechtlich ist eine solche Doppelbesetzung aber nicht zwingend vorgesehen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ihre Schule sei überhaupt nicht barrierefrei. Für Grundschulen hatten dies sogar 60 Prozent der Befragten angegeben. Das Fortbildungsangebot für Lehrer zur Vorbereitung auf inklusives Unterrichten bewerteten 47 Prozent als gar nicht gut und weitere 39 Prozent als weniger gut. Zugleich gaben aber 80 Prozent der Befragten an, dass an ihrer Schule bereits Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet würden. 40 Prozent der Befragten unterrichten selbst in inklusiven Lerngruppen.

Das zeigt, wie sehr die Politik die Lehrer im Regen stehen lässt.

 

 

 


Elternstudie zur Inklusion im deutschen Schulsystem

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Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wollen beides: die inklusive Regelschule und die Förderschule. Sie machen die Frage nach der Schule von der individuellen Beeinträchtigung des eigenen Kindes abhängig. Das ist der zentrale Befund einer aktuellen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, die am 01.10.2015 in Berlin vorgestellt wurde.
 

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte dazu bei der Präsentation der Studie: „Eltern wollen frei wählen können, auf welche Schule sie ihre Kinder schicken. Wir haben im Saarland dafür die Weichen gestellt. Unser Ziel ist, dass jedes Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten und vor allem seiner Bedürfnisse an der schulischen Bildung teilhaben kann.“

Der Studie zur Folge sind Eltern mit der Wahl der jeweiligen Schulform überwiegend zufrieden. Wer sein Kind in eine Regelschule schickt, stelle die gesellschaftliche Integration in den Mittelpunkt. Wer sein Kind in die Förderschule schickt, möchte nicht, dass das Kind permanent das Gefühl des Scheiterns erlebt. Doch sind im Vorfeld bei der Suche nach der richtigen Schule Schwierigkeiten sichtbar. Hier fühlen sich Eltern häufig allein gelassen und überfordert.

Unter der Leitfrage: „Was ist die beste Schule für mein Kind?“ wurden Eltern befragt, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Mit einem Mix aus qualitativen und quantitativen Methoden wurden Erfahrungen, Bedürfnisse, Einschätzungen und Wünsche der Eltern erfragt. Über 300 Interviews wurden anhand eines festen Fragebogens geführt. Mit 30 Elternteilen wurden darüber hinaus weitere Aspekte in Tiefeninterviews erörtert.

(Quelle:  http://www.kas.de/wf/de/33.42690 )

Hier kann die Studie als PDF heruntergeladen werden:  http://www.kas.de/wf/de/33.42672


Sind Förderschulen wirklich so schlecht?

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 04.09.15

Kommentar von Anke Burdack, Vorsitzende des BPV-Kreisverband Oberspreewald-Lausitz und Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen


Da steht man morgens auf, ist in Gedanken immer noch beim letzten Arbeitstag und bereitet sich auf den nächsten vor….

Kaffeemaschine an, Zeitung reinholen und dann oben links (so fängt man ja an ein Buch zu lesen) der Kommentar des Oliver HAUSTEIN-TESSMER….

Das ist demotivierend für den Tag. Aber wie kommt der Mann zu der Meinung, dass Schüler mit Handicap besser in Regelschulen statt in Förderschulen unterrichtet werden sollten? 
Aha, die Bertelsmann-Stiftung hat wieder eine Studie veröffentlicht. Un der ist zu entnehmen, dass der Inklusionsgrad in Brandenburg zu niedrig ist.  

 

Ich bin seit mehr als 25 Jahren Lehrerin an damals Hilfsschulen, jetzt Förderschulen „Lernen“, habe die Ausbildung zu diesem Beruf und brenne für „meine“ Schüler (fragen sie mal meine Familie, wie ausgebrannt ich oft nach Hause komme).

 

In diesem Jahr habe ich eine 8. Klasse übernommen, in der 16 Schüler lernen.

Das ist für eine Förderschule viel -  zu viel – früher, also bis vor etwa fünf Jahren, wurde ab 16 Schüler die Klasse geteilt. Heute ist das nicht mehr möglich – Dank verfehlter Inklusionspolitik. Denn die Förderschulen „Lernen“ müssen ja „auslaufen“, die Schüler sollen schließlich an den Regelschulen unterrichtet werden – damit die Quote passt.

Um die Schüler geht es hier nicht mehr.

Wenn es nach den Eltern geht, könnten in meiner 8. Klasse noch mehr Schüler sitzen. Meine Schulleitung musste diese Eltern mit ihren Kindern schon abweisen, da eine noch größere Schülerzahl räumlich und auch pädagogisch nicht vertretbar ist. Der Wunsch nach Aufnahme in die Förderschule ist also da, denn wir machen gute Arbeit.

Resultierend daraus könnte man jetzt denken, na wenn die Schüler lieber an der Förderschule lernen wollen, was machen denn dann die Regelschulen falsch?

 

Die Schulen selbst wenig, das System ist unüberlegt. Man kann eben in einer Klasse mit einem Lehrer nicht die Hochbegabten fordern, die „Durchschnittsschüler“ bei der Stange halten  und die diagnostizierten (oder auch immer öfter nicht diagnostizierten) Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf fördern.

DAS packt EIN Pädagoge nicht. Und die Sonderpädagogen, die hoffentlich schon an den Schulen angekommen sind, haben durchschnittlich 3 Unterrichtsstunden pro Woche (eine Schulwoche hat ca. 30 Stunden) Zeit, um sich in kleineren Lerngruppen um diese Kinder zu kümmern. Da ist es wohl klar, dass diese Förderung NICHT reichen kann. Oft werden diese Fördergruppen auch aufgelöst, da der Sonderpädagoge Vertretungsunterricht leisten muss – die Förderung der Förderschüler fällt also ganz weg.

 

Und dann geht es in dem Kommentar von Herrn Haustein-Tessmer um die Abschlüsse…

Erst einmal möchte ich feststellen, dass in meiner letzten 10. Klasse an der Förderschule jeder Schüler einen Abschluss geschafft hat!

Nur der Abschluss der Förderschule wird von der Kultusministerkonferenz nicht anerkannt! In meiner 10. Klasse (10 Schüler) haben auch 4 Schüler den Abschluss der Einfachen Berufsbildungsreife geschafft, also der Abschluss, auf den in diesem Kommentar so viel wert gelegt wird.

Ich habe mir die Aufgaben und Tests der einzelnen Schulformen angesehen und verglichen.

Das Niveau der Abschlussarbeiten ist an „meiner“ Schulform NICHT wesentlich geringer, als an den Regelschulen. Ganz im Gegenteil, auch hier wären Vergleiche lohnenswert.

 

Und dann ist für mich die Persönlichkeitsentwicklung der Menschen immer wichtig.

Glaubt der Kommentator wirklich, wenn einem Menschen sein Schulleben lang immer wieder Versagen vor die Nase gehalten wird, dann entwickelt er sich gut? Das ist bei einer Beschulung in einer Regelklasse für den Lernbehinderten nämlich der Fall, er ist dort das potenzielle „Opfer“.

In einer Förderschulklasse gibt es aber auch Schüler die dort zur Leistungsspitze gehören, die dann in Kulturprogrammen der Schule die Hauptakteure sind, die Klassensprecher werden und Verantwortung übernehmen lernen….

 

UND man sollte wirklich nicht vergessen, dass die Bevölkerungsstruktur in unserer ländlichen Region doch anders geworden ist, als sie vor 25 Jahren war. Nach der Wende sind viele gut ausgebildete junge Leute in die alten Bundesländer verzogen, haben da ihren Lebensmittelpunkt gefunden und Familien gegründet.

Zurück blieb eine Generation mit oft niedrigem Bildungsniveau und deswegen hohem Arbeitslosenrisiko. Diese Konstellation (und ich denke da werden mir wohl viele zustimmen) ist nicht förderlich für deren Kinder und ihrer Bildungskarriere.

Und genau um die Kinder dieser „Nachfolgegeneration“ geht es hier. Wir müssen versuchen diese jungen Leute in unserer Region zu halten und für den gesellschaftlichen Prozess fit zu machen. Das geht aber nicht, wenn man Kinder, denen das Lernen schwerer fällt, in der Klasse „abparkt“ und mit für ihren Leistungsstand entsprechenden Arbeitsblättern bedient.

 

Grundsätzlich: meine Kollegen und ich befürworten die Inklusion. Allein die Tatsache, dass wir uns für ein Studium als Förderschullehrer entschieden haben, also den Schwächeren unserer Gesellschaft helfen wollen, und dass wir immer noch an einer Förderschule arbeiten, spricht dafür.

Nur Inklusion ohne ZUSÄTZLICHE finanzielle und personelle Mittel durchsetzen, wie das zurzeit. in Brandenburg zu oft praktiziert wird, geht eben nicht. Da bleiben die Schüler auf der Strecke und die Lehrer werden kaputtgespielt.

Und das kommt in diesem Kommentar überhaupt nicht zum Ausdruck!


Behinderungen überwinden – Zur Umsetzung von Inklusion in Brandenburg

"Behinderung überwinden", ist das Ziel der Inklusion an deutschen Schulen, doch wie funktioniert die Umsetzung in der Praxis? Bekommen die Kommunen und Schulen genügend Unterstützung?
Wie sieht die Umsetzung dieses ehrbaren Zieles in der Praxis aus?

Am 7. Mai um 18 Uhr diskutierten zu diesem Thema in Senftenberg Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, hauptsächlich Lehrerinnen und Lehrern.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Friedrich-Naumann-Stiftung „Für die Freiheit“ unter Mithilfe des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes.
Hier der Bericht der Kreisvorsitzenden des BPV-Kreisverbandes OSL Anke Burdack und der Seniorenvertreterin des BPV Brigitta Jäpel,. Beide sind erfahrene Förderschullehrerinnen.


Inklusion in der Schulpraxis - Fachtagung am 06.11.2012 - Materialien

Hier finden Sie die Materialien von der Fachtagung. Die Referenten haben uns diese zur Verfügung gestellt. Wir danken dafür!

Am Runden Tisch Inklusion wurde über die Fachtagung berichtet. Das Ministerium zeigte besonderes Interesse an den Diskussionspunkten, die im Rahmen des Erfahrungsaustausches der Pilotschulen angesprochen wurden. Daraus entstand ein Brief an die Ministerin mit dazugehörigem Anhang.


Inklusion in der Schulpraxis - Fachtagung am 06.11.2012

Zweite Fachtagung des BPV zum Thema Inklusion hat stattgefunden

Von Hartmut Stäker, Präsident des BPV

Über 120 Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen und aus allen Regionen des Landes Brandenburg waren am 06.11.2012 zur zweiten Fachtagung zum Thema Inklusion gekommen. Diesmal sollte es konkret um die praktische Umsetzung der Inklusion gehen.

Nachdem mit Beginn des Schuljahres in ca. 80 Grundschulen als Pilotschulen mit der Umsetzung der Inklusion begonnen wurde, von Seiten des MBJS jedoch kein konkretes Konzept dazu gegeben wurde und auch die Rahmenbedingungen noch nicht feststehen, wie diese umgesetzt werden soll, war das Bedürfnis nach praktischer Anleitung groß.

Der BPV hat darauf reagiert. Der Eröffnungsvortrag mit dem Thema „Wie kann Inklusion praktisch umgesetzt werden?“ und zwei Workshoprunden zeigten Beispiele für diese praktische Umsetzung auf.

So erläuterte Dr. Peter Jogschies an Beispielen Methoden, mit denen ein Lehrer die individuellen Förderziele für seine Schülerinnen und Schüler bestimmen kann. Einige anwesende Sonderpädagogen fühlten sich an Inhalte ihres Studiums erinnert. Für andere Lehrerinnen und Lehrer war dies alles neu. Für die meisten jedoch dämmerte die Erkenntnis, dass die konsequente Durchführung von Inklusion eine Menge zusätzlicher Arbeit mit sich bringt. Bei 28 bzw. 26 Unterrichtsstunden in der Woche mit Vor- und Nachbereitung und bis zu 30 Schülern in der Klasse mit einer besorgniserregenden Leistungsbreite ist die Zeit dafür aber nicht vorhanden.

Wenn der Dienstherr seine Lehrerschaft also nicht systematisch kaputtspielen will, muss er Rahmenbedingungen setzen, die Inklusion machbar machen. Es wurde die Bitte geäußert, die Lehrer für Inklusion so stark zu machen, dass die Aufgabe bewältigt werden kann. Ein 80 Stunden umfassendes Fortbildungsprogramm, das auch noch zum großen Teil in den Ferien absolviert werden soll, reicht hier nicht aus. Auch die jetzigen Bedingungen, unter denen die Pilotschulen die Inklusion testen sollen, sind unzureichend.

Frau Dr. Salzberg-Ludwig brachte es in der Abschlussrunde auf den Punkt: „Für die erfolgreiche Bewältigung der Inklusion brauchen wir Vertrauen, Verlässlichkeit und ein neues Menschenbild.“ Keine dieser drei Bedingungen hat das MBJS bisher erfüllt.

(Fotos: Stäker)

erwartungsfrohes Publikum
erwartungsfrohes Publikum
Vizepräsidentin Christina Adler eröffnet die Tagung
Vizepräsidentin Christina Adler eröffnet die Tagung
Dr. Peter Jogschies beim Eröffnungsvortrag
Dr. Peter Jogschies beim Eröffnungsvortrag
Schlussrunde im Podium
Schlussrunde im Podium

Einführung

Durch die Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (Behindertenrechtskonvention-BRK) hat sich Deutschland zu deren Umsetzung verpflichtet. 

Für die Schule wesentlich dabei ist der Artikel 24. Seinen Wortlaut können Sie hier nachlesen: 

Die Bundesregierung hat am 15.06.2011 den  Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen.

 

Die Bertelsmann-Stiftung und Prof. em. Dr. Klaus Klemm veröffentlichten am 29.11.2010 
die Studie "Gemeinsam lernen - Inklusion leben".

 

Zur Umsetzung der Inklusion hat das MBJS begonnen, ein Konzept zu erarbeiten. Um die Beteiligten für dieses Konzept zu gewinnen bzw. deren Mitarbeit zu bewirken wurden im Internet umfangreiche Materialien bereitgestellt. Diese sind unter folgendem Link zu finden:


Auch der Brandenburgische Pädagogen-Verband hat sich mehrfach mit dem Thema Inklusion beschäftigt. Dabei sind folgende Arbeitspapiere entstanden, die Grundlage bei Gesprächen mit Abgeordneten und Vertretern der Schulträger sind:


Am 09. November fand in Potsdam eine Fachtagung zum Thema "Schulen auf dem Weg zur Inklusion" statt.
Dies war die erste Fachtagung für Lehrerinnen und Lehrer zu dieser Thematik und sie war von Lehrern für Lehrer organisiert.
Über 170 Teilnehmer aus mehr als 120 Schulen des gesamten Landes Brandenburg folgten der Einladung des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes. Dabei waren alle Schulformen (von Grundschule bis OSZ), die Sonderpädagogischen Beratungsstellen des ganzen Landes, Schulbuchverlage und die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen vertreten.
Im Verlauf der Veranstaltung hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit sich über das Thema Inklusion sowohl von wissenschaftlicher als auch von praktischer Seite zu informieren. Die positiven Rückmeldungen gaben uns die Bestätigung die richtigen inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt zu haben. 
Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion mit den bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen des Landtages, der Vertreterin des Städte- und Gemeindetages und der Fachreferentin Frau Dr. Salzberg-Ludwig.
In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass die anwesenden Bildungspolitiker auf die Fragen der Lehrkräfte keine zufriedenstellenden Antworten hatten. Deshalb beauftragten die Tagungsteilnehmer den Brandenburgischen Pädagogen-Verband, folgende Fragen und Schwerpunkte (Siehe unten) an die verantwortlichen Politiker weiterzuleiten. 
Die zu erwartenden schriftlichen Antworten werden wir zu gegebener Zeit auf dieser Website veröffentlichen.

Hier finden Sie nun die Materialien dieser Fachtagung:

 

Die Einrichtung sogenannter Pilotschulen strebt das MBJS noch im Schuljahr 2011/12 an. Im April 2012 sollen alle Schulen, die sich als Pilotschule beworben haben und ausgewählt wurden, zu einer Startveranstaltung eingeladen werden. Ab Mai 2012 soll die systematische Begleitung, Beratung und Fortbildung der Schulen in der Region beginnen. 
Aufgerufen, sich als Pilotschule zu bewerben, hat die Ministerin in einem Brief vom 10.11.2011, der über die Staatlichen Schulämter kommuniziert wurde. In diesem Brief sind auch die Rahmenbedingungen für die versuchsweise Inklusion genannt. Hier ein Auszug aus diesem Brief:

 

Die Fragen aus der Fachtagung (Siehe oben) sind, wie auf der Fachtagung versprochen, den Landtagsfraktionen zugegangen. Es gibt Antworten:


VBE: Inklusion - ja, aber richtig!

Auf der didacta 2012 in Hannover äußerte sich der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann am 16.02.2012 zum Thema Inklusion. Die wichtigsten Aussagen fassen der Pressedienst des VBE und die Original-Töne zusammen.

 

Pressedienst

Berlin, 16.02.2012

Es ist normal, verschieden zu sein

VBE: Inklusion - ja, aber richtig

Die Inklusion, also das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern, muss zügig, aber mit Augenmaß umgesetzt werden. Dabei müssen die Länder jedoch die Voraussetzungen schaffen, damit weder Kinder noch Lehrer die Opfer der Inklusion werden. Das ist die Forderung von Udo Beckmann, dem Bundesvorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

„Wir haben mit der Unterzeichnung der UN-Charta sichergestellt, dass wir auch in Deutschland ein inklusives Bildungssystem haben wollen und dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen und Kinder mit Behinderung nicht mehr separiert werden“, sagt Beckmann vor dem Rahmen der Bildungsmesse didacta, die noch bis Samstag in Hannover läuft.

Es sei daher nötig, die Ideen der UN-Charta auch zeitnah umzusetzen. Gemeinsames Lernen schult beide Gruppen – sie lernen voneinander nicht nur den Spaß am Neuen, sondern auch, dass „anders sein“ normal ist. Respekt und Rücksichtnahme finden so fließend Einzug in die persönliche Entwicklung der Kinder.

Dabei sei es aber wichtig, so Beckmann, dass auch die Schulen und Lehrer entsprechende Rahmenbedingungen vorfinden. Darunter fallen neben kleineren Klassenverbänden z.B. auch weniger Wochenstunden für die Lehrer, damit sie sich auf den Unterricht vorbereiten können. Außerdem müssen zusätzliche Lehrer eingestellt werden, um den Anforderungen an den Lehrauftrag gerecht zu werden. „Deswegen ist in diesen Klassen eine Doppelbesetzung erforderlich, von einem Lehrer der allgemeinbildenden Schule und von einem Lehrer mit sonderpädagogischer Qualifikation“, fordert Beckmann. Inklusion dürfe nicht auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen werden.

Bundesweit brauchen laut der letzten Erhebung der Kulturministerkonferenz 397.554 Kinder eine spezielle Förderung, vor allem im Förderbereich Lernen (206.703). Aber auch die Bereiche Sprache (52.087 Kinder) und emotionale und soziale Entwicklung (59.200 Kinder) müssen die Lehrer verstärkt fördern.

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Pressedienst

Berlin, 23.02.2012

Schulen dürfen keine Inklusions-Inseln sein

VBE: Inklusion in der Schule lernen – und als Erwachsene weiterleben

Die Inklusive Gesellschaft, in der behinderte und nicht-behinderte Menschen miteinander leben, ist noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen. Das bemängelt Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Aktion Mensch.

Die Aktion Mensch hatte gemeinsam mit der Agentur Innofact im Februar 1000 Menschen dazu befragt, wie sie Inklusion in ihrem Alltag erleben. Dabei hat jeder Dritte ausgesagt, er hätte gar keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Die meisten Kontakte gebe es, wenn überhaupt, am Arbeitsplatz.

„Das zeigt, dass dringend eine Veränderung in der Gesellschaft stattfinden muss“, sagt Beckmann. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssten bereit sein, Behinderte aufzunehmen und sie als normal zu akzeptieren. Die Unterzeichnung der UN-Charta zur Inklusion sei die richtige Entscheidung gewesen, so Beckmann weiter. Er betonte: „Die gelebte Inklusion an Schulen ist der erste Schritt dazu.“ Sie wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Erwachsenen ihren Kindern auch Beispiel sind.

„Schulen dürfen keine Inklusions-Inseln sein“, fordert Beckmann. Fakt ist:
Kinder, die hier die Gemeinsamkeiten mit ihren behinderten Freunden entdecken und mit ihnen aufwachsen, stellen eine wichtige Stufe zu einer offenen Gesellschaft dar. „Wenn wir hier erfolgreich sind, sind wir es auch, wenn wir die Kinder in ihr Leben als Erwachsene entlassen“, so Beckmann, „deswegen braucht eine inklusive Schule hervorragende
Rahmenbedingungen.“

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